{"id":27786,"date":"2018-09-04T11:36:11","date_gmt":"2018-09-04T09:36:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.claret.org\/fecha-15-de-juni-heilige-maria-michaela-vom-heiligsten-altarsakrament-grunderin-der-anbetungsschwestern\/"},"modified":"2018-09-04T11:36:11","modified_gmt":"2018-09-04T09:36:11","slug":"fecha-15-de-juni-heilige-maria-michaela-vom-heiligsten-altarsakrament-grunderin-der-anbetungsschwestern","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.claret.org\/de\/ephemeride\/fecha-15-de-juni-heilige-maria-michaela-vom-heiligsten-altarsakrament-grunderin-der-anbetungsschwestern\/","title":{"rendered":"Fecha: 15 de Juni &#8211; Heilige Maria Michaela vom heiligsten Altarsakrament, Gr\u00fcnderin der Anbetungsschwestern"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Die Liturgie gedenkt heute der heiligen Maria Michaela vom heiligsten Altarsakrament. Sowohl die Heilige als auch die von ihr gegr\u00fcndete Gemeinschaft \u2013 die Anbetungsschwestern vom heiligsten Sakrament und von der N\u00e4chstenliebe \u2013 sind mit der Gestalt des heiligen Antonius Maria Claret und der Kongregation besonders verbunden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Leben dieser Frau war ebenso intensiv wie umtriebig. Mitten im Unabh\u00e4ngigkeitskrieg ist Michaela Desmaisi\u00e8res L\u00f3pez de Dicastillo y Olmedo, Vicomtesse von Jorbal\u00e1n, am Neujahrstag 1809 in Madrid (Spanien) geboren. Drei Tage darauf wurde sie in der St. Josefskirche in der Madrider Calle de Alcal\u00e1 getauft. Die turbulente Zeit zwang ihre Mutter, den Madrider Hof zusammen mit ihrer Familie zu verlassen, um ihren Mann, einen Brigadier des Heeres, zu begleiten. Michaela erhielt entsprechend ihrer aristokratischen Stellung bei den Ursulinen in Pau (Frankreich) eine gr\u00fcndliche Ausbildung. Als ihr Vater und ihr Bruder Luis unerwartet starben, erlitt ihre Schwester Engracia eine tiefgreifende Bewusstseinsst\u00f6rung, und ihre Schwester Manuela musste mitten in all diesem Ungl\u00fcck wegen der politischen Vorstellungen ihres Mannes ins Exil gehen.<\/p>\n<p>Trotz all dieser Widrigkeiten erhielt Maria Michaela eine einzigartige Bildung. Sie lernte nicht nur das, was sich f\u00fcr ein Fr\u00e4ulein aus der h\u00f6chsten Gesellschaft geh\u00f6rte, sondern auch vieles andere, was ihr in ihrer Zukunft von h\u00f6chstem Nutzen sein sollte. Sie wurde mit Leiden und Dem\u00fctigung vertraut. Ihre Verlobung mit einem jungen Mann aus adeliger Familie, die am Tag vor der Hochzeit aufgrund von gewissen Interessen platzte, dem\u00fctigte sie zutiefst und setzte sie zum ersten Mal dem Madrider Gerede aus.<\/p>\n<p>Sehr bald begann ihre geistliche Beziehung zu dem Jesuitenpater Carasa, der ihr in den schwierigen Momenten eines Doppellebens half, als sie ihre religi\u00f6sen Anliegen mit den Erfordernissen ihrer gesellschaftlichen Stellung vereinbaren musste. Das zwang sie, sehr fr\u00fch aufzustehen, um ihre Betrachtung zu halten, die Eucharistie zu empfangen und den Vormittag f\u00fcr caritative Werke zu nutzen. Und am Abend musste sie ihrem gesellschaftlichen n\u00e4chtlichen und weltlichen Leben gerecht werden, Theater, Gesellschaften und B\u00e4lle besuchen, wobei sie sich trotz best\u00e4ndiger heftiger Magenschmerzen immer fr\u00f6hlich und l\u00e4chelnd zeigen musste.<\/p>\n<p>Ihr Leben in Paris und Br\u00fcssel war die ununterbrochene Aussaat einer bewundernswerten N\u00e4chstenliebe. Arme, Kranke, Notleidende, verfallene Kirchen \u2026, wo immer eine Notlage bestand, fand sie bei der glanzvollen Vicomtesse eine sofortige Abhilfe. Eine \u00fcberaus lange und erbauliche Anekdotensammlung zeigt die au\u00dferordentliche Bef\u00e4higung dieser Frau, die, ohne ihre Verpflichtungen auch nur im mindesten zu vernachl\u00e4ssigen, eine verbl\u00fcffende T\u00e4tigkeit im Dienst des N\u00e4chsten entfaltete.<\/p>\n<p>Die entscheidendste Erfahrung ihres Lebens fand in ebenso unerwarteter wie von der Vorsehung gelenkter Weise statt, als sie bereits in Madrid war. Dort lernte sie Mar\u00eda Ignacia Rico kennen, die sie eines Tages in das Spital der Barmherzigen Br\u00fcder mitnahm, wo die Stra\u00dfenm\u00e4dchen aufgenommen wurden, die an den absto\u00dfendsten Geschlechtskrankheiten litten. Michaela wusste nichts von der Existenz solcher Frauen und noch viel weniger von der unmenschlichen Behandlung, die sie erfuhren, nachdem sie benutzt und verdorben worden waren: Beschimpfungen, Verachtung, Beleidigungen. Dieser Besuch war f\u00fcr sie entscheidend. Als sie ihre Lage im Spital sah und, was noch viel tragischer war, das, was sie bei der Entlassung aus dem Spital erwartete, sp\u00fcrte sie lebhaft, dass man etwas tun musste. Mit einer Freundin gelang es ihr, eine vorl\u00e4ufige, aber unzureichende Abhilfe zu schaffen. Man musste jene Frauen in ein Haus aufnehmen, m\u00f6glichst verhindern, dass sie fielen, und ihnen helfen, wenn es ungl\u00fccklicherweise dazu kam. Und so begann Maria Michaela ihr Abenteuer in einem unbedeutenden kleinen Haus. Das war der Keim dessen, was danach ihr gro\u00dfes Werk werden sollte.<\/p>\n<p>Damals entlud sich \u00fcber Michaela ein Gewitter an Unverst\u00e4ndnis und Versto\u00dfung, selbst von seiten ihrer besten Freunde. Wem k\u00f6nnte es einfallen, dass sich eine Frau aus der h\u00f6chsten Gesellschaftsschicht, die mit den reichsten und ber\u00fchmtesten Familien der Hauptstadt verwandt war, sich der Sorge f\u00fcr Prostituierte widmen k\u00f6nnte? Alle ihre alten Freunde weigerten sich, ihr zu helfen, und k\u00fcndigten ihr die Freundschaft auf.<\/p>\n<p>Aufgrund der Schwierigkeiten, Erniedrigungen und Opfer, die dieses anf\u00e4ngliche Werk verlangte, begriff sie bald, dass es nur in den H\u00e4nden eines Menschen sein konnte, der es f\u00fcr Gott machte und nicht f\u00fcr Geld. 1845 er\u00f6ffnete sie mit einigen Damen aus der h\u00f6heren Gesellschaft in der Calle Dos Amigos ein Kolleg, um diese Frauen zu betreuen, sie den christlichen Glauben zu lehren und sie auf eine ehrbare Arbeit vorzubereiten. Diese Einrichtung war das Vorzimmer zu ihrem sp\u00e4teren Werk. Doch bald ging es dem Kolleg schlecht, und die Damen, die den Stiftungsrat bildeten, traten zur\u00fcck. So verblieb Michaela allein an der Spitze der Einrichtung, in der sie 1850 endg\u00fcltig ihre Wohnung nahm. Sie verlie\u00df ihr elegantes Haus in einem reichen Viertel und ging zu jenen Dirnen in eine j\u00e4mmerliche H\u00fctte, um sich um sie als Menschen und T\u00f6chter Gottes k\u00fcmmern zu k\u00f6nnen. Der Herr rief sie, und sie beschloss, ihm so zu dienen, wie er es von ihr wollte.<\/p>\n<p>Es waren sehr harte Jahre voller Verleumdung und Verachtung und mit gro\u00dfen wirtschaftlichen Problemen, die sie praktisch ruinierten. In diesen \u00fcberaus schweren Zeiten nahm sie ihre Zuflucht zur Eucharistie, die zur Quelle und zum dauerenden Beweger ihres Lebens wurde. Und es erbl\u00fchten die Fr\u00fcchte. Viele junge Frauen kamen dank dieser Einrichtung aus der Prostitution und dem Randgruppendasein heraus. Als sich das Werk festigte, entstanden inmitten von anscheinend un\u00fcberwindlichen Schwierigkeiten die Anbetungsschwestern, Dienerinnen des heiligsten Sakraments und der N\u00e4chstenliebe. Sie h\u00f6rte auf, Michaela zu sein, und wurde zur Madre Sacramento, damit jeder, der sie rief, und auch sie, wenn sie ihren Namen h\u00f6rte, niemals Jesus im heiligsten Sakrament verga\u00df. Sie richtete die ewige Anbetung des Allerheiligsten ein.<\/p>\n<p>Lange Zeit lebten sie ohne geschriebene Regel oder Vorschriften, doch mit solcher Observanz und solchem Eifer, dass es nach au\u00dfen durchleuchtete und die Berufungen anzog. Am 6. Januar 1859 machten Michaela und ihre ersten sieben Gef\u00e4hrtinnen die einfachen Gel\u00fcbde. Am 15. Juni 1860 legte Michaela ihre ewigen Gel\u00fcbde ab. Nach und nach begann die Ausbreitung der Vereinigung. Zuerst nach Zaragoza. Dann in viele weitere spanische Orte, die sie interessiert riefen: Valencia, Barcelona, Burgos usw.<\/p>\n<p>Sie lebte die N\u00e4chstenliebe heldenhaft, und das trotz ihres harten Charakters, der andererseits notwendig war, um ein Werk angesichts so vieler Schwierigkeiten voranzubringen. Sie wurde verfolgt mit dem Dolch, mit Gift, mit Brand, Verleumdung, Schm\u00e4hschriften, Zeitungen \u2026, mit allen Mitteln. Zeitweilig musste sie in ihren Kleidern schlafen in der Meinung, das Haus k\u00f6nnte von einem Augenblick zum andern angegriffen werden. Ihr Mut war jedoch so au\u00dferordentlich, dass sie sich, wie feststeht, einmal allein und schutzlos in einem Bordell pr\u00e4sentierte, um dort derjenigen, die sie gegen ihren Willen festhielt, eine Frau zu entrei\u00dfen.<\/p>\n<p>Das Bewundernswerteste an ihr war stets ihr Umgang mit armen und ungl\u00fcckseligen Frauen. Ihre Geduld bei der Pflege der eitrigsten Wunden, das Annehmen der Bel\u00e4stigungen und der unfl\u00e4tigsten Beleidigungen, ihre Standhaftigkeit und Dem\u00fctigung ging \u00fcber das hinaus, was erkl\u00e4rbar ist. Es schien unm\u00f6glich, und unm\u00f6glich w\u00e4re es ohne die Kraft aus der H\u00f6he, dass eine Frau von Adel derart armen ungl\u00fcckseligen Frauen in den niedrigsten Verrichtungen diente, dass sie, ohne im geringsten zu z\u00f6gern, die best\u00e4ndige Gefahr der Ansteckung auf sich nahm.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich war sie einsam, traurig und von den Menschen, mit denen sie fr\u00fcher befreundet war, verachtet. Ihren Schwestern schrieb sie: \u201eSchwerlich wird man eine andere Gr\u00fcnderin einer Gemeinschaft finden, die mehr angeschuldigt, verleumdet und beschimpft wurde als ich. Was ich tue, beurteilen sie in der schlimmstm\u00f6glichen Weise.\u201c Aber sie konnte auch mit dem heiligen Paulus wiederholen: \u201eEs interessiert mich wenig, was die Leute \u00fcber mich sagen. Mein Richter ist Gott.\u201c<\/p>\n<p>1865 drang eine neue Choleraepidemie \u00fcber das Mittelmeer nach Spanien ein. Michaela ging nach Valencia, um zu helfen und zu tr\u00f6sten. Alles Bitten und die Hinweise auf die Gefahr, die sie lief, n\u00fctzten nichts. Sie wusste, was ihre Bestimmung war, und ergab sich darin. T\u00f6dlich an der Cholera erkrankt, starb sie am 24. August 1865 um sieben Minuten vor zw\u00f6lf in Valencia als M\u00e4rtyrin der N\u00e4chstenliebe. So vollzog sie in ihrem Leben, was die Eucharistie bedeutet: die Gemeinschaft mit Christus in der Hingabe des Lebens f\u00fcr die Br\u00fcder und Schwestern, die Glieder seines Leibes sind, und zwar in erster Linie f\u00fcr die besonders Bed\u00fcrftigen: die Armen, die Kranken, die Schwachen. Bei ihrem Tod hinterlie\u00df sie sieben H\u00e4user. Die Heldenhaftigkeit ihrer Tugenden wurde 1922 verk\u00fcndet. Pius XI. sprach sie am 7. Juli 1925 selig, und heiliggesprochen wurde sie am 4. M\u00e4rz 1934.<\/p>\n<p><strong>Erw\u00e4gungen Clarets<\/strong><\/p>\n<p>Claret lernte die Vicomtesse de Jorbal\u00e1n 1848 kennen, als er auf der Reise auf die Kanarischen Inseln in Madrid im Haus ihres Onkels Don Jos\u00e9 Mar\u00eda Ram\u00edrez Cotes untergebracht war. Von Kuba aus stand er mit ihr im Briefverkehr. Von seiner Ernennung zum Beichtvater der K\u00f6nigin an vertieften sich die Kontakte. Als am 30. Juli 1857 ihr langj\u00e4hriger Seelenf\u00fchrer P. Carasa starb, \u00fcbernahm Bischof Antonio Maria Claret, auch auf ausdr\u00fccklichen Wunsch von P. Carasa, die geistliche Leitung der heiligen Michaela bis zu ihrem Tod. Er hob ihr ungeahntes Geschick hervor, manchmal entgegen den Urteilen anderer Kleriker, die der Heiligen nahe standen, und wies ihr die Richtung zu den Gipfeln der Heiligkeit. P. Claret selbst bat sie, ihre Autobiographie zu schreiben, die sie 1864 begann. In den acht Jahren ihres geistlichen Umgangs miteinander f\u00f6rderte unser Gr\u00fcnder die Heilige und ihre Vereinigung mit geistlicher und materieller Unterst\u00fctzung zur menschlichen und christlichen Bildung ihrer Schutzbefohlenen und gab ihren Konstitutionen den letzten Schliff, damit sie genehmigt werden konnten. Beide Heilige erlitten heftigste Verleumdungen, die sich in der niedertr\u00e4chtigen Propaganda, die ihre Feinde verbreiteten, \u00fcber sie ergossen. Der heilige Antonius Maria Claret blieb Madre Sacramento und ihrem Werk als Patron der von ihr gegr\u00fcndeten Vereinigung endg\u00fcltig verbunden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Liturgie gedenkt heute der heiligen Maria Michaela vom heiligsten Altarsakrament. 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