{"id":28616,"date":"2018-09-06T11:49:43","date_gmt":"2018-09-06T09:49:43","guid":{"rendered":"https:\/\/www.claret.org\/fecha-27-de-dezember-hl-johannes-apostel-evangelist-und-mitpatron\/"},"modified":"2018-09-06T11:49:43","modified_gmt":"2018-09-06T09:49:43","slug":"fecha-27-de-dezember-hl-johannes-apostel-evangelist-und-mitpatron","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.claret.org\/de\/ephemeride\/fecha-27-de-dezember-hl-johannes-apostel-evangelist-und-mitpatron\/","title":{"rendered":"Fecha: 27 de Dezember &#8211; Hl. Johannes, Apostel, Evangelist und Mitpatron"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Die heutige Bibelwissenschaft unterscheidet drei verschiedene Personen hinter dem Titel des heutigen Festes. Einer w\u00e4re <em>Johannes<\/em>, der Bruder des Jakobus und Sohn des Zebed\u00e4us. Der zweite der <em>Lieblingsj\u00fcnger<\/em>, dessen Namen wir nicht kennen. Und der dritte <em>der abschlie\u00dfende Bearbeiter des vierten Evangeliums<\/em>, der sicher ein hervorragendes Mitglied der Gemeinde des Lieblingsj\u00fcngers war, aber von diesem verschieden ist. Das Altertum verband die drei in ein und derselben Person. Da f\u00fcr uns das Evangelium, das sich in der Gemeinde des Lieblingsj\u00fcngers herausbildete, das wichtigste ist, werden wir uns auf diese Person beschr\u00e4nken, der zwar das Evangelium vielleicht nicht selbst abgefasst hat, aber der Garant f\u00fcr die darin vermittelte christliche Reflexion ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www2.claret.org\/sites\/default\/files\/imagenes\/espiritualidad\/calendario\/75-san_juan_segovia.jpg?resize=197%2C336\" width=\"197\" height=\"336\" alt=\"\" title=\"\"><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bis vor nicht allzu langer Zeit setzte man den <em>Lieblingsj\u00fcnger<\/em> mit Johannes, dem Sohn des Zebed\u00e4us, gleich. Auch heute noch werden das vierte Evangelium, die drei Briefe und die Geheime Offenbarung \u00fcblicherweise als das <em>Corpus Johanneum<\/em> bezeichnet. Doch das Ergebnis von zwei Jahrhunderten exegetischer Forschung st\u00fctzt die allgemein verbreitete \u00dcberzeugung, dass der <em>Lieblingsj\u00fcnger<\/em> nicht zum Zw\u00f6lferkreis geh\u00f6rte, sondern ein J\u00fcnger Jesu anderer Herkunft war.<\/p>\n<p>So erkl\u00e4rt es sich, dass der <em>Lieblingsj\u00fcnger<\/em> w\u00e4hrend des Wirkens Jesu nur in Jud\u00e4a vorkommt, aber nie in Galil\u00e4a. Au\u00dferdem spielt der Zw\u00f6lferkreis im vierten Evangelium eine eher zweitrangige Rolle. Andererseits w\u00e4re der Gegensatz, der zwischen diesem J\u00fcnger und Petrus vor allem in den Erz\u00e4hlungen vom Leiden und von der Auferstehung Jesu besteht, unvorstellbar, wenn der Lieblingsj\u00fcnger einer von den Zw\u00f6lf gewesen w\u00e4re. Diese und andere Indizien wie das von der Anwesenheit des Lieblingsj\u00fcngers beim Letzten Abendmahl laden ein, sie Sicht auf die Personen und Gruppen, die in Beziehung zu Jesus standen, auszuweiten. Zweifellos handelt es sich um etwas Komplexeres als das, was in den synoptischen Evangelien festgehalten ist.<\/p>\n<p>Manchmal ist man so weit gegangen, dass man dachte, der <em>Lieblingsj\u00fcnger<\/em> sei keine historische, sondern eine ideale Person. Doch die Bezugnahme auf seinen Tod in Joh 21,23 gestattet es nicht, eine solche Meinung aufrecht zu erhalten. Es handelt sich sicher um eine Person aus Fleisch und Blut wie Petrus.<\/p>\n<p>Doch, und das muss man zugeben, idealisierte ihn seine Gemeinde, indem sie ihn als modellhaften J\u00fcnger darstellte: der kontemplativ an die Brust Jesu gelehnt ist wie Jesus an die Brust des Vaters, der Jesus an den Ort des Prozesses folgte und ihn nicht verleugnete, der nicht flieht, wenn das Leiden kommt, sondern selbst auf dem Kalvarienberg noch beim Herrn bleibt, der schneller zum Glauben an den Auferstandenen kommt. M\u00f6glicherweise hat nicht er sich die Selbstbezeichnung <em>Lieblingsj\u00fcnger<\/em>angema\u00dft, sondern seine Gemeinde hat sie ihm beigelegt, weil sie ihn so sehr verehrte.<\/p>\n<p>Wenn man aus der Geschichte ausscheidet, was m\u00f6glicherweise einer solchen Idealisierung entspricht, m\u00fcssen wir vom <em>Lieblingsj\u00fcnger<\/em> festhalten, dass er aus Jud\u00e4a stammte, vielleicht aus Jerusalem, dessen Topographie er mit gro\u00dfer Genauigkeit kannte; dass er einige Zeit in der Gemeinde des T\u00e4ufers war; dass er Jesus w\u00e4hrend seiner Aufenthalte in Jud\u00e4a nachfolgte, und ganz besonders in der Zeit des Leidens, und dass er nach Ostern zum unbestreitbaren und un\u00fcbertrefflichen Anf\u00fchrer einer der entstehenden judenchristlichen Gruppen wurde.<\/p>\n<p>Seine Gemeinde musste Pal\u00e4stina verlassen, weil es, als sie sehr bald begann, Jesus \u00f6ffentlich als Gott zu bekennen, zu einer harten Konfrontation mit der Synagoge kam. Vielleicht wurden einige ihrer Mitglieder gesteinigt, wie es eine Stelle im Johannesevangelium nahelegt: \u201eWir steinigen dich nicht wegen eines guten Werkes, sondern wegen Gottesl\u00e4sterung; denn du bist nur ein Mensch und machst dich selbst zu Gott.\u201c<\/p>\n<p>Wir m\u00fcssen festhalten, dass die \u00dcbergabe Marias an den <em>Lieblingsj\u00fcnger<\/em> durch Jesu vom Kreuz herab zu verschiedenen Spekulationen \u00fcber die Zukunft beider Anlass gegeben hat. Am meisten hat sich die Meinung durchgesetzt, sie h\u00e4tten bis zur Entschlafung Marias zusammen in Ephesus gelebt. Doch auch in Jerusalem wird ein Ort der Entschlafung verehrt.<\/p>\n<p>Man kann nicht genau angeben, wann und wo der <em>Lieblingsj\u00fcnger<\/em> starb. Der Johannes, der in Patmos in der Verbannung lebt, ist nicht derselbe, sondern ein Prophet am Rand seiner Schule. Wichtig ist, dass der <em>Lieblingsj\u00fcnger<\/em> eine \u00fcberaus tiefgr\u00fcndige Reflexion \u00fcber Christus und sein Werk anstellte. Die Gemeinden, die her hinterlie\u00df, \u00fcbernahmen es dann, diese Reflexion weiter zu vertiefen und schriftlich festzuhalten. Diese Gemeinden waren sehr eigenartig, deutlich unterschieden von den Gemeinden paulinischen oder petrinischen Ursprungs, auch wenn sie vielleicht gegen Ende des ersten Jahrhunderts mit diesen verschmolzen und den Grund f\u00fcr die <em>Gro\u00dfkirche<\/em> legten. Die B\u00fccher, die wir als <em>johanneisch<\/em>bezeichnen, liefern uns Angaben, die f\u00fcr die Geschichte des Urchristentums, das aus unterschiedlichen und einander erg\u00e4nzenden Gruppen bestand, von gro\u00dfem Interesse sind.<\/p>\n<p><strong>Erw\u00e4gungen Clarets<\/strong><\/p>\n<p>Pater Stifter setzte in Kontinuit\u00e4t zu den damaligen Aussagen der Bibelwissenschaft die drei Personen in eins. Er bewunderte den apostolischen Schwung der Donners\u00f6hne, wie Jesus die S\u00f6hne des Zebed\u00e4us bezeichnete, ihre Treue und die Tiefgr\u00fcndigkeit der Johannes zugeschriebenen Schriften.<\/p>\n<p>In seiner Sammlung von Festpredigten nimmt P. Claret die folgenden Aussagen \u00fcber Johannes auf:<\/p>\n<p>\u201eEr ist ein Apostel, ein Mann, der voller Liebe zur Religion und hingerissen von dieser Liebe mit seinem Eifer geradezu alle Arten von M\u00fchsalen sucht und seine M\u00fche allen V\u00f6lkern der Erde zuwendet. Eine heilige K\u00fchnheit leitete ihn bei seinen Unternehmungen, und die ersten Ergebnisse, die er erreicht, dienen ihm als Stachel, neue Siege zu erreichen. In diesem Portrait eines Apostels, k\u00f6nnt ihr da nicht den heiligen Johannes selbst erkennen und mit ihm das Bild des Apostolats, das ihr selber aus\u00fcben sollt? Doch welche so herausragenden Gnaden machen ihn f\u00fcr dieses Amt bereit? Wenn Jesus Christus Wunder tut, wird Johannes erw\u00e4hlt, um von ihnen Zeuge zu sein. Er ist einer der J\u00fcnger, die der Erl\u00f6ser auf den Berg Tabor steigen l\u00e4sst, wo er seine Herrlichkeit offenbart. Er ist einer von denen, die nach Jerusalem ziehen, wo sich seine Liebe zeigt, und er ist einer, die sich am See von Tiberias befinden, wo seine Macht erstrahlt. Ihm erscheint Christus, nachdem er \u00fcber den Tod triumphiert hat; und wie ihr der Herr die Natur gegeben hat, befiehlt er ihm, Zeugnis f\u00fcr die Wahrheit abzulegen.<\/p>\n<p>Johannes beeilt sich, dieses Zeugnis abzulegen, und es ist ein sicheres Zeugnis, weil es wahrhaftig ist: Verum est testimonium ejus. Als Mensch, der die wunderbaren Begebenheiten gesehen hat, die er verk\u00fcndet, spricht er nicht von irgendetwas, das er nicht gesehen oder nur geh\u00f6rt hat: quod vidimus et audivimus. Und in welcher Gemarkung l\u00e4sst dieser Mann, der durch sein Wort so machtvoll ist, das Donnern seiner Stimme zuerst erschallen? In Jerusalem, wo noch das Blut des Stephanus dampft und wo das Feuer der Verfolgung gesch\u00fcrt wird angesichts der Siege, die das Evangelium errungen hat.\u201c<\/p>\n<p>Und im gleichen Werk f\u00e4hrt unser Gr\u00fcnder an anderer Stelle fort:<\/p>\n<p>\u201ePunkte f\u00fcr des Fest des heiligen Johannes des Evangelisten:<\/p>\n<p>\u2013 Die Treue ist die dem Apostolat eigene Tugend: Die Treue von Johannes kommt im Himmel der der \u00fcbrigen Apostel gleich, aber sie ist h\u00f6her aufgrund ihrer Best\u00e4ndigkeit. Er predigte wie die \u00fcbrigen das Evangelium und durchzog dazu weite Gebiete, Asien, Phrygien und das Land der Parther: Dort gr\u00fcndete er Kirchen, setzte sich dem Martyrium aus und fuhr Verdienste ein, indem er dem Namen Boanerges (Donners\u00f6hne) gehorchte, den man ihm gegeben hatte. Die \u00fcbrigen Apostel verlie\u00dfen Christus in seinem Leiden; Johannes folgte ihm bis auf den Kalvarienberg und stand fest am Fu\u00dfe des Kreuzes, ohne das W\u00fcten der Juden zu f\u00fcrchten. Und welche Belohnung erhielt er? Dass ihm Jesus Christus seine Mutter schenkte [\u2026].<\/p>\n<p>\u2013 Der erleuchtetste von den Apostel und derjenige, der die h\u00f6chsten Gedanken \u00fcber Jesus Christus von sich gab. Erleuchtungen, die ihm der Herr zuteil werden lie\u00df, als er sich an seine Brust lehnte; hier wird man aufz\u00e4hlen: 1. das Evangelium, das er schrieb, und in erster Linie dessen Anfang; 2. die Geheime Offenbarung, in der er in gro\u00dfartigen Bildern die Gr\u00f6\u00dfe Jesu Christi darlegt; 3. die Briefe, wo uns Johannes aufweist, wie unsere Andacht, unserer Vertrauen und unsere Verhalten zu Jesus Christus sein soll. Doch ach! Wie viele sind es, die, statt Christus zu ehren, ihn entehren und nach den Worten des Apostels zum Antichristen werden!\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die heutige Bibelwissenschaft unterscheidet drei verschiedene Personen hinter dem Titel des heutigen Festes. Einer w\u00e4re Johannes, der Bruder des Jakobus und Sohn des Zebed\u00e4us. Der zweite der Lieblingsj\u00fcnger, dessen Namen wir nicht kennen. 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