{"id":25492,"date":"2018-09-01T12:04:00","date_gmt":"2018-09-01T10:04:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.claret.org\/?p=25492"},"modified":"2018-09-03T13:31:51","modified_gmt":"2018-09-03T11:31:51","slug":"vor-150-jahren-veranderte-ein-revolutionarer-sturm-die-kongregation","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.claret.org\/de\/vor-150-jahren-veranderte-ein-revolutionarer-sturm-die-kongregation\/","title":{"rendered":"Vor 150 Jahren ver\u00e4nderte ein revolution\u00e4rer Sturm die Kongregation"},"content":{"rendered":"<p><span id=\"result_box\" class=\"\" lang=\"en\"><span class=\"\">Am 18. September On September 1868 brach die sogenannte \u201eGorreiche Revolution\u201c aus. Am 30. desselben ging P. Claret mit K\u00f6nigin Isabella II. und ihrer k\u00f6niglichen Entourage ins Exil nach Frankreich; und mit dem Tod von P. Francisco Crusats erhielt die Kongregation ihren ersten Martyrer. Alle Claretinergemeinschaften mit Ausnahme von Huesca mussten ihre H\u00e4user r\u00e4umen, und die Missionare suchten Zuflucht, wo sie konnten.<\/span> Am 18. Oktober schaffte die Regierung unter anderem auch unsere Ordensgemeinschaft zivilrechtlich ab. Indessen versuchte Pater Jos\u00e9 Xifr\u00e9 unter Lebensgefahr und von Verstecken aus eine zerstreute Kongregation zu leiten, die von Mutlosigkeit und Verzweiflung gekennzeichnet war. Nun, zum 150. Jahrestag dieser Ereignisse wollen wir unsere Aufmerksamkeit auf diese denkw\u00fcrdige Seite unserer Geschichte lenken, um den Geist zu entdecken, mit dem sich unsere Mitbr\u00fcder den Schwierigkeiten stellten und sie zu \u00fcberwinden suchten.<\/span><\/p>\n<p>Es waren noch keine zwanzig Jahre seit der Gr\u00fcndung vergangen, und alles schien unserer Ordensgemeinschaft zuzul\u00e4cheln: Sie hatte 1859 die staatliche Anerkennung erhalten; sie hatte 1860 von Rom das <em>Decretum Laudis<\/em> erhalten; sie hatte 1865 die ersehnte p\u00e4pstliche Best\u00e4tigung ihrer Konstitutionen <em>ad cedennium per modum experimenti<\/em> erhalten. Seit 1862 hatte sie ihre Tore f\u00fcr Studenten ge\u00f6ffnet; es gab ein halbes Dutzend Gemeinschaften: Vic, Gracia (Barcelona), Segovia, Huesca, Jaca und La Selba del Campo; und die Zahl der Missionare wuchs betr\u00e4chtlich und kam auf fast hundert. Au\u00dferdem war die N\u00e4he des Grunder, der 1857 aus Kuba zur\u00fcckgekommen war, ein gro\u00dfer Anreiz. Alles schien sich gl\u00e4nzend zu entwickeln.<\/p>\n<p>Gewiss war die Kongregation w\u00e4hrend der sogenannten <em>zwei progressiven Jahre<\/em> 1854\u22121856 durch eine starke Krise hindurchgegangen. Auch wenn sich die politische Lage in den folgenden Jahren zu beruhigen schien, gab es im Grunde viel Instabilit\u00e4t. Schon im August 1857, wenige Monate nach seiner R\u00fcckkehr aus Kuba, sp\u00fcrte P. Claret die Gefahr eines Aufstands; so bekundete er es P. Antonio Barjau, als er zun\u00e4chst kundtat, er bleibe weiterhin Erzbischof von Santiago, und fuhr dann fort: \u201eIch habe Angst vor einer gro\u00dfen Revolution in nicht allzu langer Zeit \u2026\u201c <em>Epistolario Claretiano,<\/em> Band 1, S. 1390). Am 22. Juni 1866 erlebte Claret aus n\u00e4chster N\u00e4he den Volkszorn im \u201eAufstand der Kaserne San Gil\u201c. W\u00e4hrend die Aufst\u00e4ndischen sich vor dem Hospital de Montserrat eingruben, wo Claret wohnte, fl\u00fcchtete er sich in den Raum hinter dem Gnadenbild der Kapelle und glaubte, sie w\u00fcrden seinetwegen eindringen; deshalb bereitete er sich geistlich vor, wie er es P. Xifr\u00e9 kundtat: \u201eIch bot dem Herrn mein Leben an und war immer sehr ruhig\u201c (<em>Epistolario Claretiano,<\/em> Band 2, S.1016).<\/p>\n<p>Papst Pius IX. verlieh Isabella II. die Auszeichnung \u201eGoldene Rose\u201c, und P. Claret wurde beauftragt, sie zu \u00fcberreichen. Mit dieser Geste, die das gute Einverst\u00e4ndnis zwischen der Kirche und dem liberalen Staat widerspiegelte, begann das Jahr 1868. Doch die radikaleren Teile des Liberalismus und vor allem die revolution\u00e4ren Streitkr\u00e4fte, die nach dem Sturz der Monarchie strebten, schmiedeten Pl\u00e4ne f\u00fcr einen endg\u00fcltigen Staatsstreich. Am 18. September entz\u00fcndete General Prim in C\u00e1diz die Lunte der Revolution, die sich \u00fcber die ganze Halbinsel ausbreitete. Am 28. September wurde das monarchische Heer in der Schlacht von Alvolea vernichtend geschlagen, und es begannen die <em>demokratischen sechs Jahre.<\/em> Nach zwei Tagen musste die K\u00f6nigin, die sich zur Kur in San Sebasti\u00e1n befand, nach Frankreich fliehen. P. Claret begleitete sie als k\u00f6niglicher Beichtvater. Sie waren einen guten Monat in Pau und lie\u00dfen sich dann in Paris nieder. Am 30. M\u00e4rz des folgenden Jahres war unser Gr\u00fcnder seines Amtes ledig und konnte sich nach Rom begeben, um sich an der Vorbereitung des Ersten Vatikanischen Konzils zu beteiligen.<\/p>\n<p>Die Auswirkungen der Revolution auf die Claretinergemeinschaften setzten unverz\u00fcglich ein. Die Gemeinschaften Vic und Segovia wurden von den Revolutionsr\u00e4ten der jeweiligen Provinz des Hauses verwiesen. Der Bischof von Jaca, der durch das aufr\u00fchrerische politische Umfeld ver\u00e4ngstigt war, kam den Revolution\u00e4ren zuvor und l\u00f6ste die Gemeinschaft in jener Stadt einseitig auf. Die Missionare der Gemeinschaft Gracia sahen die Gefahr der revolution\u00e4ren Meuten, die durch die Stra\u00dfen zogen, und beschlossen, sich zu zerstreuen, um ihr Leben zu retten. Die Gemeinschaft Huesca hielt sich dank des Wagemuts von P. Hilario Brossosa und der Beliebtheit, die sich die Missionare erworben hatten, inmitten der Ausschreitungen der Revolution in der dortigen Gegend.<\/p>\n<p>Das tragischste Ereignis war der Angriff auf die Gemeinschaft La Selva del Campo am 30. September. Den meisten Missionaren gelang es, sich zu verstecken, aber P. Reixach und P. Crusats beschlossen, die T\u00fcr des Klosters zu \u00f6ffnen, um die Menge zu beruhigen, die aus Reus gekommen war. Zwar schaffte es der erste Missionar, zu entkommen und sich in der Kirche zu verstecken, doch die Aufst\u00e4ndischen fassten P. Francisco Crusats, schlugen ihn zusammen und dem\u00fctigten ihn und gaben ihm dann zwei Sch\u00fcsse und einen Messerstich in den Hals. Die Nachricht von seiner Ermordung kam den \u00fcbrigen Missionaren zu Ohren und l\u00f6ste eine gro\u00dfe Best\u00fcrzung aus. Dagegen erlebte Pater Stifter, der sich in Pau befand, diese Situation mit einer gr\u00f6\u00dferen geistlichen Tiefe; das spiegelt sich in dem Brief, den er am 7. Oktober an P. General richtete: \u201eDanken wir Gott: Schon haben der Herr und seine heiligste Mutter die Erstlinge der Martyrer angenommen. Ich habe mir sehr gew\u00fcnscht, der erste Martyrer der Kongregation zu werden, doch ich bin nicht w\u00fcrdig gewesen, ein anderer ist mir zuvorgekommen. Ich begl\u00fcckw\u00fcnsche Crusats als Martyrer und Heiligen, und ich gratulieren Herrn Reixach zu seinem Gl\u00fcck, verwundet zu werden, und ich begl\u00fcckw\u00fcnsche alle in der Kongregation tausendmal zu ihren Gl\u00fcck, verfolgt zu werden. Sagen Sie ihnen von mir, sie sollen Mut haben und Vertrauen auf die heiligsten Herzen Jesu und Mariens. Die Unwetter und die St\u00fcrme dauern nicht ewig; danach kommt die Ruhe \u2026\u201c <em>(Epistolario<\/em> Claretiano, Band 2, S. 1297\u22121298).<\/p>\n<p>Am 18. Oktober dekretierte die neue Regierung die zivilrechtliche Aufl\u00f6sung der Kongregation sowie einiger anderer, denen es gelungen war, sich in Spanien nach der Exklaustrierung der Ordensleute im Jahr 1835 festzusetzen. Viele Missionare waren der Meinung, dieser Schlag sei t\u00f6dlich f\u00fcr die Kongregation. Die Mutlosigkeit nahm zu. Einige Tage zuvor hatte P. Xifr\u00e9 an Pater Stifter geschrieben und ihm erkl\u00e4rt, wie er in verschiedenen D\u00f6rfern um Vic Zuflucht suchte, weil ihm die Revolution\u00e4re den Tod angedroht hatten. P. Claret schrieb ihm am 18. Oktober aus seinem Zufluchtsort Pau zur\u00fcck und sagte ihm: \u201eMir scheint es sehr gut, dass Sie sich zur\u00fcckgezogen und versteckt haben, um gr\u00f6\u00dfere Unannehmlichkeiten zu vermeiden; so k\u00f6nnen Sie aus ihrem Winkel heraus die Verf\u00fcgungen treffen, die sie in Bezug auf die \u00fcbrigen f\u00fcr angebracht halten. Soweit es m\u00f6glich ist, tragen Sie Sorge, dass jeweils zwei Priester mit einem oder zwei Br\u00fcdern, die f\u00fcr sie kochen, leben, dass sie leben, wie wenn sie im Missionshaus w\u00e4ren und die Regeln und die Sammlung in den verschiedenen Ortschaften halten; dass sie sich damit befassen, f\u00fcr die Gl\u00e4ubigen Beichte zu h\u00f6ren, sie zu ermutigen und zu tr\u00f6sten, sie zum betrachtenden Gebet und zum h\u00e4ufigen Empfang der Sakramente zu ermuntern\u201c <em>(Epistolario Claretiano,<\/em> Band 2, S. 1304\u22121305).<\/p>\n<p>Angesichts der \u00c4ngste mancher, die glaubten, die Kongregation habe keine Zukunft, tat Pater Stifter anschlie\u00dfend kund: \u201eSagen Sie ihnen von mir, sie sollen Glauben haben und Vertrauen auf Jesus und Maria. Ich bin, Gott sei Dank, sehr zufrieden und voller Mut, ja sogar voller Freude. Wenn ich daran denke, dass Gott so weise, so gut und m\u00e4chtig ist, dass er auch aus dem Schlimmen noch etwas Gutes herausholt, dann hoffe ich, dass die Kongregation auch aus diesen Bedr\u00e4ngnissen noch viel Gutes ziehen wird\u201c (<em>Espistolario Claretiano,<\/em> Band 2, S. 1305).<\/p>\n<p>P. Claret bot seinen Missionaren ein Gleichnis aus dem Evangelium, das die Wirklichkeit der Kongregation sehr gut widerspiegelte, aber einen tieferen Blick erfordert, um vom Glauben und der Hoffnung her gedeutet zu werden. Er schlie\u00dft den erw\u00e4hnten Brief, der am Fest des heiligen Lukas geschrieben ist, mit den Worten: \u201eSie haben sehr gut gesehen, dass nach dem heiligen Lukas (der heute ist), der Bauer sein Feld ans\u00e4t; der Weizen geht sehr sch\u00f6n auf und w\u00e4chst derartig, dass alles wie ein gr\u00fcner Teppich aussieht; doch, ach Gott, da kommen einige so heftige Fr\u00f6ste, so starke Winde aus dem Norden und so feste Vereisungen, die die Bl\u00e4tter des Weizens verbrennen, und als ob das noch zu wenig w\u00e4re, f\u00e4llt so viel Schnee, dass er das Feld vollst\u00e4ndig zudeckt; der Tor erschrickt, aber der Bauer vertraut darauf, dass der Schnee schmilzt, dass sich die K\u00e4lte beruhigt und gutes Wetter kommt; und dann wird er erkennen, dass alles diese Widrigkeiten dazu gedient haben, dass der Weizen tiefere Wurzeln schl\u00e4gt und st\u00e4rker austreibt. Also, Mut \u2026\u201c (<em>Epistolario Claretiano,<\/em> Band 2, S. 1304\u22121306).<\/p>\n<p>In der Tat war es so. Anfang November \u00fcberschritt P. Xifr\u00e9 die Pyren\u00e4en und suchte einen sicheren Ort, um das Noviziat neu zu er\u00f6ffnen und die auf der Halbinsel zerstreuten Missionare aufzunehmen. Von der Ortschaft Prades und sp\u00e4ter von Thuir aus gruppierte sich die Kongregation neu, schlug tiefere Wurzeln, fuhr sogar \u00fcbers Meer und weitete so unerwarteterweise ihre universale Sendung aus.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 18. September On September 1868 brach die sogenannte \u201eGorreiche Revolution\u201c aus. Am 30. desselben ging P. Claret mit K\u00f6nigin Isabella II. und ihrer k\u00f6niglichen Entourage ins Exil nach Frankreich; und mit dem Tod von P. Francisco Crusats erhielt die Kongregation ihren ersten Martyrer. 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