{"id":84007,"date":"2020-07-15T09:03:54","date_gmt":"2020-07-15T07:03:54","guid":{"rendered":"https:\/\/www.claret.org\/botschaft-zum-stiftungsfest\/"},"modified":"2020-07-18T14:20:10","modified_gmt":"2020-07-18T12:20:10","slug":"botschaft-zum-stiftungsfest","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.claret.org\/de\/botschaft-zum-stiftungsfest\/","title":{"rendered":"Botschaft zum Stiftungsfest"},"content":{"rendered":"<p>Wir feiern das Stiftungsfest inmitten der Virus-Pandemie, die vielleich in der zweiten Phase steht, die durch eine gro\u00dfe Verbesserung in den L\u00e4ndern Europas gekennzeichnet ist, die in der ersten Phase vom Virus stark getroffen wurden, und durch die zunehmende Ansteckung in anderen L\u00e4ndern mit einer geringeren Sterberate. Wir haben mehr Claretiner, die jetzt vom Virus infiziert sind, als zuvor. Das ruft nach einem verantwortlichen und vorsichtigen Umgang mit unserem Leben und missionarischen Wirken. Ich m\u00f6chte einige \u00dcberlegungen zum 171. Gr\u00fcndungstag der Kongregation darbieten. Bei dieser Gelegenheit lade ich euch ein, \u00fcber das Thema <em>Verantwortung<\/em> nachzudenken die wir als einzelne und als charismatische Gemeinschaft f\u00fcr unsere Berufung und Sendung in der Kirche annehmen sollten.<\/p>\n<p>Jetzt im 150.Jahr nach dem Tod unseres Gr\u00fcnders werden wir die Sch\u00f6nheit seines Lebens betrachten und die Kunst einer verantwortlichen Mitarbeit mit dem Plan Gottes zur Verk\u00fcndigung des Evangeliums lernen, was er dadurch tat, dass er sein Leben und seine apostolischen Aktivit\u00e4ten danach ausrichtete. Unterst\u00fctzt von der Gnade und geleitet von den Zeichen, die er vom Herrn empfing, gab er das Projekt Textilgesch\u00e4ft auf und ging als junger Mann ins Seminar. Als Priester gab er die Sicherheit einer Pfarrei auf, um die Unsicherheit eines nicht ortsgebundenen Predigers anzunehmen. Eins ums andere entschied er sich, auf das zu verzichten, was sicherer und bequemer war, um das anzunehmen, was der Herr von ihm wollte. Seine Verantwortlichkeit ist offensichtlich in der Art, wie er den Drang lebte, den Gott in ihn gelegt hatte, als er berufen wurde, ein apostolischer Missionar zu sein. In der Tat antwortete Claret auf den Ruf Gottes so gut er konnte.<\/p>\n<p>Verantwortung \u00fcbernehmen f\u00fcr die eigene Berufung und Sendung als Antwort auf den Ruf Gottes ist keine Reise auf dem roten Teppich. Er beinhaltet, dass man sein Kreuz tr\u00e4gt und dem Herrn nachfolgt, dass man sich Zeiten des Missverst\u00e4ndnisse, der L\u00e4cherlichkeit oder Verfolgung stellt und treu bleibt, auch wenn andere aufgeben. Wir wissen, wie unser Gr\u00fcnder bei seinem missionarischen Auftrag blieb und wie er einer missionarischen Berufung immitten von Verfolgungen, Anschl\u00e4gen auf sein Leben, Verleumdungen und falscher Propaganda \u00fcber ihn, die ihn bis ins Exil nach Frankreich verfolgte, treu blieb. Ich glaube, dass unser Gr\u00fcnder diesen Pr\u00fcfungen standhalten k\u00f6nnte, weil er sich am Finger Gottes festhielt wie ein Kind und an der Seite seines geliebten Herrn und seiner himmlischen Mutter voran ging.<\/p>\n<p>Verantwortung beinhaltet eine Beziehung zu einer h\u00f6heren Autorit\u00e4t, der man Rechenschaft schuldig ist bez\u00fcglich der Verpflichtungen, die der eigenen Berufung und dem zugewiesenen missionarischen Auftrag eigen sind. Ein J\u00fcnger ist kein angestellter Diener, ein Sohn ist kein Sklave. Deshalb sollte ein J\u00fcnger oder Sohn seine Identit\u00e4t dadurch ehren, dass er als J\u00fcnger oder Sohn verantwortlich wirkt. Unsere charismatische Identit\u00e4t als S\u00f6hne des Herzens Mariens ber\u00fchrt die Form, wie wir Verantwortung f\u00fcr unsere Berufung und unseren missionarischen Auftrag annehmen. Je deutlicher uns unsere missionarische Identit\u00e4t in der Kirche ist, umso mehr Verantwortung erf\u00fcllen wir in unserem missionarischen Wirken in der Kirche.<\/p>\n<p>Verantwortung versteht man besser in Bezug auf unverantwortliche Haltungen und Verhaltensweisen in gegenseitigen Beziehungen, in der wirtschaftlichen Verwaltungen, in der Aus\u00fcbung von Autorit\u00e4t und F\u00fchrung, in der Teamarbeit in der Mission und ihm geistlichen Leben. Sie schaden ihnen selbst und anderen. Die Verb\u00fcndeten der Unverantwortlichkeit sind, dass man anderen die Schuld an den eigenen Entscheidungen gibt, dass man rechtfertigt, was getan wurde, und dass man unverantwortliche Handlungen rationalisiert. Das Gegengift gegen Unverantwortlichkeit ist die Schaffung einer Kultur der Rechenschaftsablegung und Durchlichtigkeit vor Gott, vor dem eigenen Gewissen und der Gemeinschaft. Wir wissen, dass unser Gr\u00fcnder nicht nur sehr mitf\u00fchlend war, sondern auch anspruchsoll gegen\u00fcber ihm selbste und anderen in Bezug auf die Erf\u00fcllung von Pflichten und Verpflichtungen.<\/p>\n<p>Die Geschichte von einer Bev\u00f6lkerung, die ihrem K\u00f6nig Tribut zahlten, hat einen  interessanten Punkt. Der Tribut wurde in Naturalien gezahlt. Nach einer guten Ernte dachte jeder Bauer bei sich: \u201eLetzten Endes mach ein bisschen Spreu keinen Unterschied im gro\u00dfen k\u00f6niglichen Kornspeicher.\u201c Sie gaben der Versuchung nach, das Korn mit Spreu zu vermischen, bis die geforderte Menge erreicht war, so dass sie mehr Korn f\u00fcr sich hatten. Als der K\u00f6nig schlie\u00dflich den Kornspeicher \u00f6ffnete, war da mehr Spreu als Korn f\u00fcr die Bed\u00fcrfnisse des Reiiches! Die Gaben, die jeder von uns zur\u00fcckh\u00e4lt und nicht anderen zur Verf\u00fcgung stellt, machen uns arm als missionarische Kongregation.<\/p>\n<p>Das Leben und die Sendung unserer Kongregation ist eine kollektive Verantwortung, die jeder von uns annehmen sollte entsprechend der eigenen Rolle, Aufgabe und Begabung. Ich lade euch ein, euch Zeit zu nehmen und euch zu fragen, wie ihr die Verantwortung daf\u00fcr bewahren k\u00f6nnt, die Anforderungen eurer Berufung und die Br\u00fcderlichkeit und den missionarischen Einsatz eurer Gemeinschaft zu leben. Was tragt ihr zu der Mittelm\u00e4\u00dfigkeit bei, die wir im heutigen Ordensleben so oft beklagen, und wie sehr seid ihr willens, unsere Kongregation zu einer glaubw\u00fcrdigen Zeugin der Freude des Evangeliums zu machen?<\/p>\n<p>Die Kongregation wird im Leben eines jeden Claretiners und im missionarischen Wirken einer jeden Gemeinschaft wiedergegr\u00fcndet. Das beste Jubil\u00e4umsgeschenk, dass wir unserem Gr\u00fcnder anbieten k\u00f6nnen, ist die \u00dcbernahme der Verantwortung f\u00fcr unsere Berufung und Sendung und ein gro\u00dfz\u00fcgiger Beitrag, das Volk Gottes von unserem charismatischen Erbe her zu bereichern. Lasst uns in dieser Zeit der Pandemie das Stiftungsfest unserer Kongregation in Einfachheit und Tiefe feiern, indem wir den Geist des heiligen Antonius Maria Claret in uns aufnehmen, der sein Leben freudig f\u00fcr die Sache des Evangeliums hingab.<\/p>\n<p>Ich w\u00fcnsche euch eine bedeutsame Feier des Stiftungsfestes am 16. Juli.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>P. Mathew Vattamattam CMF<\/p>\n<p>Generaloberer<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir feiern das Stiftungsfest inmitten der Virus-Pandemie, die vielleich in der zweiten Phase steht, die durch eine gro\u00dfe Verbesserung in den L\u00e4ndern Europas gekennzeichnet ist, die in der ersten Phase vom Virus stark getroffen wurden, und durch die zunehmende Ansteckung in anderen L\u00e4ndern mit einer geringeren Sterberate. 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