{"id":87215,"date":"2016-08-13T20:43:35","date_gmt":"2016-08-13T18:43:35","guid":{"rendered":"https:\/\/www.claret.org\/heute-der-martyrer-gedenken\/"},"modified":"2016-08-13T20:43:35","modified_gmt":"2016-08-13T18:43:35","slug":"heute-der-martyrer-gedenken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.claret.org\/de\/heute-der-martyrer-gedenken\/","title":{"rendered":"Heute der Martyrer gedenken"},"content":{"rendered":"<div class=\"field field-name-body field-type-text-with-summary field-label-hidden\">\n<div class=\"field-items\">\n<div class=\"field-item even\">\n<p><b>P. Felipe Bravo CMF, ein Missionar an einer unglaublichen Peripherie des menschlichen Leidens<\/b><\/p>\n<p>Wir haben Hunderte Mitbr\u00fcder, die 1936 in Spanien verfolgt wurden und als Martyrer gestorben sind. Am 13. August richten wir unseren Blick auf die Martyrer von Barbastro, deren heldenhaftes Ertragen von Verfolgung und Erprobung w\u00e4hrend des Spanischen B\u00fcrgerkriegs Zeugnis gibt von der Freude des Evangeliums. Gelassenheit und Freude pr\u00e4gte unsere Mitbr\u00fcder, als sie auf ihrem Weg zum Martyrium vor achtzig Jahren f\u00fcr Christus sangen. Wir werden n\u00e4chstes Jahr den 25. Jahrestag ihrer Seligsprechung feiern. Wenn wir das Gedenken an unsere Martyrer feiern, werden wir \u00fcber die claretinische Freude und Gelassenheit inmitten von Pr\u00fcfungen und Bedr\u00e4ngnissen reflektieren. Unser Gr\u00fcnder spiegelte diese Freude und Gelassenheit in seinem Leben wider inmitten vieler Formen des Leidens, die das \u201ewei\u00dfe Martyrium\u201c seines Lebens in Christus darstellten.<\/p>\n<p>Wenn wir uns heute der Martyrer gedenken, denke ich an eine andere Form, unsere missionarische Berufung, der ich am Dienstag, dem 10. August 2016 begegnete. Sie mag uns helfen, tief \u00fcber das Geheimnis des christlichen Martyriums nachzudenken, das unser Glaube wahrt..<\/p>\n<p>Nach dem Provinzkapitel der St. Jakobs-Provinz in Spanien arrangierte der Provinzial einen unerwarteten Besuch bei einem unser priesterlichen Mitbr\u00fcder, der in einer unvorstellbaren Peripherie des menschlichen Leidens steht. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass uns der Herr einl\u00e4dt, an diesen existentiellen R\u00e4nder des menschlichen Lebens pr\u00e4sent zu sein.<\/p>\n<p><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www2.claret.org\/sites\/default\/files\/archivos\/felipe_bravo_0.jpg?resize=489%2C297\" alt=\"\" width=\"489\" height=\"297\" title=\"\"><\/p>\n<p>Es ging zu P. Felipe Bravo Llorente, der mit P. Felipe Maroto verwandt ist, der von 1934 bis 1937 unser Generaloberer war. P. Felipe wurde 1989 zusammen mit Luis \u00c1ngel de las Heras (der vor kurzem zum Bischof von Mondo\u00f1edo-Ferrol geweiht wurde) und Javier Go\u00f1i (dem Leiter von Proclade, Madrid) zum Priester geweiht. Auf dem Foto seht ihr die drei Gef\u00e4hrten bei der Primiz von Felipe (Luis \u00c1ngel steht links und Javier rechts). Als sehr begabter Missionar wurde Felipe nach seiner Priesterweihe am 16. Dezember 1989 der Mission Puertollano bei Ciudad Real (einem Ort mit vielen Martyrern) zugewiesen. Die Claretiner hatten die sch\u00f6ne Kirche in der Innenstadt von Puertollano zugunsten von Puertollano, einer Mission an der Peripherie f\u00fcr arme Arbeiter in einem Bergbaugebiet aufgegeben.<\/p>\n<p>Am 21. Dezember 1991 fuhr Felipe am Morgen ab nach Aranda de Duero bei Burgos, um an der Priesterweihe von P. Antonio Bellella (jetzt Dozent f\u00fcr Kirchengeschichte). Nicht weit weg von daheim, geriet er auf der nebligen Stra\u00dfe in einen kleinen Unfall und stie\u00df leicht mit einem anderen Auto zusammen. Sein Vorderhirn wurde ernstlich besch\u00e4digt. Er verlor das Bewusstsein. Die \u00c4rzte gaben die gute Nachricht, dass er nicht in Lebensgefahr war, doch die traurige Nachricht war, dass er vielleicht jahrelang im Koma liegen k\u00f6nnte. Und das geschah dann auch.<\/p>\n<p><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www2.claret.org\/sites\/default\/files\/archivos\/filipe_3_1.png?resize=396%2C504\" alt=\"\" width=\"396\" height=\"504\" title=\"\">Felipe kam in ein besondere Pflegeheim, wo er gut betreut wurde. Seine Mutter besuchte ihn regelm\u00e4\u00dfig zweimal in der Woche, um ihm beizustehen. Sp\u00e4ter wurde er in das Pflegeheim \u201eReal Deleite\u201c in Aranjuez gebracht. Ein Claretiner blieb eine Zeitlang als Seelsorger bei ihm und betreute die Bewohner des Altersheims seelsorglich. Felipe ist immer noch in diesem Heim. Seine Mutter starb vor acht Jahren. Manchmal fahren ihn einige Freiwillige mit dem Rollstuhl herum oder bringen ihn zur Messe in die Kapelle, wo sie ihm eine Stola anlegen, auch wenn er nicht imstande ist, auf irgendwelche Gesten verst\u00e4ndlich zu antworten. P. Felipe, seine Mitbr\u00fcder, seine Angeh\u00f6rigen und die Provinz hielten die Tortur aus und leben weiterhin sehr claretinisch.<\/p>\n<p>Jetzt wird es 25 Jahre, dass Felipe in einer Art Koma liegt. Er scheint auf die Anwesenheit anderer mit leuchtenden Augen und einem L\u00e4cheln zu reagieren. Als ich Felipe mit P. Javier Go\u00f1i und P. Eduardo Guzm\u00e1n besuchte, blickten uns Felipes Augen wie ein Kind an und zeigten einen Ausdruck der Entz\u00fcckung, als Go\u00f1i an ihre alten Tage erinnerte. Wir wissen nicht, ob er etwas wahrnahm oder ob es nur ein Reflex war. Sicher wei\u00df er nichts von den Ver\u00e4nderungen in der Welt seit 1991. Sein Geist ist nicht imstande, sich auszudr\u00fccken wegen der Nerven, die eine bewusste Interaktion unterst\u00fctzen. Doch f\u00fchlte ich mich meinem Mitbruder nahe, der an einer Peripherie des menschlichen Leidens ist. Unsere Augen sprachen die gleiche Sprache, die unsere Herzen mitteilen wollten. Das Geb\u00e4ude auf dem Foto ist das \u201eReal Deleite\u201c, wo Felipe mit weiteren 200 Bewohnern gepflegt wird.<\/p>\n<p>Diese Begegnung erweckte in mir einen Sinn f\u00fcr die tiefe Bedeutung des Lebens und die tiefere Bedeutung der Verbundenheit, die wir miteinander haben. Menschliche K\u00e4mpfe um individuelle Erfolge, um sich eine Nische einzurichten, sind wie ein Kinderwettbewerb, Luftballone immer gr\u00f6\u00dfer aufzublasen, um zu prahlen, wobei aber am Ende das Spielzeug platzt. Unsere \u201eEgo\u201c- Kriege in Gemeinschaften und in der Gesellschaft haben keinerlei Sinn. Im Herrn zu leben als Liebe, in Gesundheit und Krankheit, im Leben und im Tod, ist wahres Leben. Der ber\u00fchmte englische Dichter Milton erinnerte mich an einen Hinweis in seinem Gedicht \u201eOn his blindness\u201c: \u201eAuch Menschen, die nur dastehen und warten, sind zu etwas gut.\u201c<\/p>\n<p>Unsere Martyrer fordern uns heraus, die Dimension unserer Pr\u00fcfungen und Leiden im claretinischen Geist zu leben. P. Felipe als Mensch und die St. Jakobs-Provinz, die ihm beisteht, damit er dieses Geheimnis leben kann, geben Zeugnis von einem gemeinsam gelebten Ostergeheimnis. Die Martyrer zeigen auf die Sch\u00e4tze der Liebe und des Lebens, die im Leiden verborgen sind. Wie leben wir unsere Pr\u00fcfungen und Bedr\u00e4ngnisse als Claretiner?<\/p>\n<p>P. Mathew Vattamattam CMF<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>P. 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